Augen auf beim Immobilienkauf

Als Diplomingenieur berate ich Immobilien- und Hausbesitzer, Eigentümer- und Erbengemeinschaften sowie Kaufinteressenten objektiv und herstellerunabhängig in allen Fragen rund um Haustechnik und Sanierung von Privat- und Gewerbeimmobilien. Gerne berate ich bei der Sanierungsplanung, helfe dabei, aus vorliegenden Handwerker-Angeboten das Beste bzw. Kostengünstigste auszuwählen und beantworte Ihre Fragen zur öffentlichen Förderung durch Bafa und KfW.

1. Lage einer Immobilie

Unter Immobilien-Experten gilt: Lage, Lage, Lage. Tatsächlich ist die Lage für den Wert und die künftige Wertentwicklung von entscheidender Bedeutung. In größeren Städten kann schon die Festlegung für einen bestimmten Stadteil erheblichen Einfluss auf Kaufpreis und Wertentwicklung haben.

Einen ersten Überblick über die regional und lokal sehr unterschiedlichen Grundstückspreise vermitteln Immobilienplattformen wie z.B. immowelt.de, aus der auch unsere Grafik stammt.

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2. Bausubstanz

Traumhäuser zu Schnäppchenpreisen sind fast immer Schrottimmobilien. Ein Sachverstädiger oder Architekt erkennt Baumängel spätestens bei der Prüfung der Bausubstanz.

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3. Gebäude-Energieausweis prüfen

Vermieter und Verkäufer müssen seit Mai 2014 einen gültigen Gebäude-Energieausweis vorlegen. Für Käufer ist der Energieausweis ein wichtiges Dokument: Von der Energiebilanz der Immobilie lässt sich auf die künftigen Betriebskosten schließen, aber auch auf Sanierungsstau und die Potenziale künftiger energetischer Sanierungsmaßnahmen. Kluge Interessenten fragen daher nach einem aktuellen Energieausweis sowie  nach den Heizkostenabrechnungen der vergangenen Jahre.

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4. Grundbuchauszug prüfen

Prüfen Sie den Grundbuch-Auszug! Nur der Grundbuchauszug gibt eindeutig Auskunft über Eigentumsverhältnisse, Grundstücksgrößen und Grundlasten.

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5. Bebauungsplan

Werfen Sie vor dem Kauf einen Blick in den Bebauungsplan! Immobilien in reinen Wohngebieten versprechen Ruhe, in Mischgebieten sind auch Gewerbeansiedlungen erlaubt.

Bebauungspläne können in den Bauämtern der Städte und Gemeinden eingesehen werden oder finden sich vielfach – wie hier am Beispiel der Stadt Baunatal – auch im Internet veröffentlicht.

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6. Infrastruktur

Prüfen Sie die Infrastruktur! Gibt es nahe Einkaufsmöglichkeiten und Freitzeitangebote? Wie ist die Verkehrsanbindung, gibt es öffentliche Verkehrsmittel? Familien mit Kindern oder Kinderwunsch sollten Betreuungs- und Schulangebote berücksichtigen.

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7. Wiederholte Besichtigung

Besuchen Sie eine Immobilie immer mehrmals und zu unterschiedlichen Uhrzeiten. Verkehrsbelastungen zur Rush Hour, wertmindernder Fluglärm oder lästige Geruchsbeästigungen durch Gewerbebetriebe oder Landwirtschaft bleiben beim ersten Termin oft verborgen.

8. Wohnumfeld und Nachbarschaft

Wohnumfeld und Nachbarschaft sind wichtige Faktoren. Suchen Sie bereits als Interessent ein offenes Gespräch mit den Nachbarn.

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9. Denkmalschutz

Wer eine ältere Immobilie kauft, sollte vorab prüfen, ob Einschränkungen wie z.B. Denkmalschutzauflagen den eigenen Modernisierungsplänen entgegenstehen.

Achten Sie auf den denkmalpflegerischen Begriff „Ensembleschutz“. Hier haben Stadt oder Gemeinde historisch erhaltenswerte Gebäude oder gar Straßenzüge unter Schutz gestellt, was vielfach sichtbare Veränderungen an Fassenden und Dach verbietet. Auch energetisch sinnvolle Investitionen wie z.B. eine Solaranlage auf dem Dach kann dann von der Erlaubnis der Denkmalbehörde abhängen.

10. Eigentumswohnungen

Beim Kauf von Eigentumswohnungen sollten Sie unbedingt Teilungserklärung, Wirtschaftsplan, Verwaltervertrag und die Protokolle der letzten Eigentümerversammlungen prüfen. Bei zerstrittenen Eigentümergemeinschaften sollte man vom Kauf absehen.